rentyourfoerster Rudolf Aloys Niehaus

Herkulesstaude / Der Riesen-Bärenklau

Hirschholunder o. Roter Holunder

„Wir müssen den richtigen Umgang mit Neophyten lernen,

verdrängen können wir sie nicht!“


- Rudolf Aloys Niehaus 2024 -

Vorweg ist wichtig zu wissen, dass es in der Natur in den meisten Fällen Verwechslungsmöglichkeiten von sog. invasiven Arten mit unseren einheimischen Pflanzen geben kann. Im Konkreten Fall der Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum SOMMIER & LEVIER, Syn. Heracleum giganteum HORNEM.) sind es beispielsweise große einheimische Doldenblütler, wie der Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) oder Engelwurzen (Wald-Engelwurz, Angelica sylvestris und Arznei-Engelwurz, Angelica archangelica).

Bevor also irgendwelche gut gemeinten Bekämpfungsmethoden ihre Anwendung finden, sollten Artenkenntnisse herangezogen werden. RENTYOURFOERSTER hilft dabei, wenn sie sich nicht sicher sind und analysiert umweltverträgliche Methoden zur Vermeidung von Gefahren oder unkontrollierter Verbreitung.

Die Herkulesstaude


Die Herkulesstaude aus dem Kaukasus,

erhebt sich majestätisch und wild,

ein Riese mit tief eingeschnittenen Blättern,

lieblich grün und doch nicht sanft.


Ihr Name, Heldenhaft, stammt von Herakles,

dem Sohn des Göttervaters Zeus.

So imposant wie sein Name ist auch die Gefahr,

Verbrennungen dritten Grades bei Mensch und Tier,

Jahr für Jahr.


Meide stets den Kontakt,

besonders bei Sonnenschein,

zeige Respekt und bewundere diese Pflanze,

doch sei Gewiss, ihr trügerischer Schein

lädt Niemanden zum Verweilen ein.


- Rudolf Aloys Niehaus 2024 -

2008 zur Giftpflanze des Jahres gewählt, bildet der Riesen-Bärenklau (Herkulesstaude) photosensibilisierende Substanzen aus der Gruppe der Furcumarine aus. Diese wirken in Kombination mit dem Sonnenlicht oder auch stärkeren Lampenlicht phototoxisch! Berührungen in Verbindung mit dem Tageslicht können bei Menschen und Säugetieren zu schmerzhaften Quaddeln und Blasen führen, die schwer heilen und wie Verbrennungen erscheinen (Photodermatitis).

Eine Bekämpfung dieser Pflanze oder der Umgang mit Ihr muss entsprechend nur mit vollständiger Schutzkleidung, dazu gehört insbesondere auch ein Gesichtsschutz, erfolgen. Professionelle Fachfirmen sollten, insbesondere bei massenhaften Auftreten, zu Rate gezogen werden. RENTYOURFOERSTER weiß um die Gefahren und die richtigen Bekämpfungsmethoden bei invasiven Neophyten. Bei der Herkulesstaude gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Die Bekämpfung mit Herbiziden auf großflächigen Beständen lehnen wir grundsätzlich zum Schutz des gesamten Ökosystems ab. Besser und umweltverträglicher sind sanftere Methoden wie z.B. mulchen oder fräsen oder auch die Beweidung mit Schafen und Ziegen. Gefressen wird die Herkulesstaude allerdings von den Weidetieren nur durch enges Einpferchen, ansonsten wird diese Pflanze verschmäht. Inwieweit die Toxine in die Milch oder das Fleisch der Tiere übergehen ist im Übrigen noch weitestgehend ungeklärt. Die Bekämpfung mit Unkrautvernichtungsmitteln bedarf eines Sachkundenachweises der durchführenden Person und ggf. auch eine naturschutzfachliche Ausnahmegenehmigung. Die erste Maßnahme zur Beseitigung der Herkulesstaude sollte bis Mitte April erfolgen, weitere Kontrollen und notwenige Eingriffe mindestens alle acht Wochen bis zum Herbstanfang. RENTYOURFOERSTER empfiehlt das manuelle Ausstechen der Pflanzen mittels speziellen Spaten und eine Entsorgung in dafür geeignete Behältnisse in Müllverbrennungsanlagen (MVA). Somit ist eine weitere Verbreitung, ausgehend vom beseitigten Material, ausgeschlossen. 

Der Wurzelansatz der Herkulesstaude muss mindestens 10 cm unterhalb der Erdoberfläche durchstochen werden. Die Wurzel wird somit geschwächt und der Austrieb wird von Durchgang zu Durchgang geringer. Bei völliger Entnahme, analog zum bodennahen Abmähen der Pflanzen erfolgt ein vermehrter Austrieb junger Schösslinge aus Wurzelbrut. Nach gründlicher Arbeit genügt In den folgenden Jahren eine Nachkontrolle, das Jäten aufkommender Keimlinge (anfangs rundblättrig!) und eventuell eine mechanische Bodenbearbeitung. Spezielle Standorte, wie zum Beispiel Steilhänge, bedürfen entsprechend speziellere Vorgehensweisen.

Schöner weißer Riese


In Wiesen und am Wegesrand

Ist er landauf- landabwärts wohlbekannt.

Seine Blätter sind riesengroß,

sein Stängel entsprechend hoch,

die Blütendolden strahlendhell,

unglaublich schön.


Jetzt steht er Überall herum,

keiner kann ihn übersehen.

Kommt es zu einer Berührung,

ist diese Schönheit eine Qual,

ein Arztbesuch die letzte Wahl.



Die Rede ist hier vom Riesen-Bärenklau,

einem invasiven Neophyt,

der einst gepflanzt wurde als eine Zier,

und nun nimmer mehr das Weite sucht,

gleich einem Fluch…


- Rudolf Aloys Niehaus 2024 -

Anfang des 21. Jahrhunderts wurde diese dekorative Pflanze als invasiver Typ erkannt. Vorher wurde sie als Staude mit imposanten Blütenständen wertgeschätzt und auch in der Landschaftsgestaltung eingesetzt. Die heute oftmals heftigen Reaktionen in der Bevölkerung und der Presse sind in erster Linie das Ergebnis der gesundheitlichen Risiken, die von der Herkulesstaude ausgehen. Neben diesen gesundheitlichen Aspekten gibt es allerdings noch weitere Gefährdungen


  • Da die Wurzeln des Riesen-Bärenklaus (Herkulesstaude) – anders als eine geschlossene Grasnarbe mit ihrem auch im Winter weiterlebenden Wurzelfilz – keine böschungsbefestigende Wirkung haben, diese Pflanzen jedoch häufig am Rand von Fließgewässern gedeihen, geht von ihnen bei Hochwasser eine Erosionsgefahr aus. Ebenso an Wegeböschungen und Hohlwegen.
  • Zu Ertragsverlusten kann es kommen, wenn Riesen-Bärenklau-Pflanzen auf Äckern und Wiesen wachsen.
  • Vom Riesen-Bärenklau dominierte Standorte weisen wegen der Verschattung ein geringeres Artenspektrum in der Krautschicht auf. Allerdings findet sich diese Pflanze ohnehin häufig auf vom Menschen negativ beeinflussten Standorten.


Sowohl in ihrem neuen als auch in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet nutzt die Pflanze unterschiedliche Ausbreitungsstrategien. In Europa und Nordamerika ist der Riesen-Bärenklau (Herkulesstaude) eine durch Menschen eingeführte Pflanze. Sie wird deswegen auch als hemerochore Pflanze bezeichnet. Sie nutzt sowohl den Wind und das Wasser, als auch Tiere oder einen unbeabsichtigten Transport zum Beispiel über landwirtschaftliche Maschinen zu ihrem Vorteil aus und verbreitet sich entsprechend stark.



Die Europäische Kommission hat die Herkulesstaude (Riesen-Bärenklau) in die Liste invasiver Arten aufgenommen. Somit ist jede Vermehrung, Freisetzung oder Beförderung in der Europäischen Union untersagt. Jeder Mitgliedstaat ist verpflichtet, Maßnahmen zur Erkennung, Überwachung und Bekämpfung zu ergreifen!


RENTYOURFOERSTER hilft Ihnen ein möglichst umweltschonendes Management zur Bekämpfung invasiver Arten aufzustellen und einer weiteren Verbreitung vorzubeugen. Zögern Sie nicht uns über unser Kontaktformular oder über info@rentyourfoerster.de um Beistand zu ersuchen. Wir finden gemeinsam eine Lösung !


Ihr Förster

Rudolf Aloys Niehaus

von Athanasia Siskou 6. Februar 2025
„ Das ewige Eis hat ihn einst konserviert, wiederentdeckt offenbart er uns manch ein Geheimnis. Eines der beeindruckendsten, ist ein Pulver des Birkenporling, dessen heilende Wirkung, mancherorts längst vergessen ist.“ - Rudolf Aloys Niehaus 2025 -
18. Dezember 2024
„Weihnachten mit dem Keinachtsbaum® ist eine echte Alternative zu herkömmlichen Bäumen und macht viel Freude, ob Alleine oder im Kreise der Familie!“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 -
25. Oktober 2024
„ Der BvFF (Bundesverband Freiberuflicher Forstsachverständiger e.V.) ist mehr als nur ein Angebot sich um die Belange des Waldes und seiner Besitzarten zu kümmern. Der BvFF ist die parteipolitisch und konfessionell unabhängige Standesvertretung der freiberuflich tätigen Forstsachverständigen und Freien Förster.“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 -
5. August 2024
„Sie verbessern die Wasserqualität und dienen manchen Tieren als Nahrung und wirkt gegen Algen. Leider sammeln sich in ihr auch Schadstoffe an.“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 -
17. Juni 2024
„Als sehr beliebte Fege- und Schlagpflanze für den Rehbock, lenkt sie von den Nutzpflanzen ab!“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 -
12. Juni 2024
„Eine beeindruckende Wildpflanze, die für ihre hohen, glockenförmigen Blüten bekannt ist, aber auch für ihre Giftigkeit.“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 -
5. Juni 2024
„Der Totengräber-Käfer, auch bekannt als Nicrophorus oder Aaskäfer, spielt eine herausragende Rolle in unseren Wäldern.“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 -
23. Mai 2024
„Eichenprozessionsspinner, so klein und haarig, bringen über das Eiweißgift Thaumetopoein Juckreiz, Verbrennungen und Atemnot, den Kontakt zu ihnen lass besser sein!“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 -
6. Mai 2024
„Ein Maikäfer fliegt durch den warmen Frühlingsabend, Max und Moritz konnten es kaum erwarten, eine Erinnerung an Kindheitstagen.“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 -
19. April 2024
„Die Pusteblume ist ein Wunder der Natur. Sie erinnert uns daran, wie Vergänglichkeit und Neubeginn Hand in Hand gehen.“  – Rudolf Aloys Niehaus 2024 –
8. April 2024
„Habitatbäume, ob lebend oder tot, bieten Lebensraum im Wald, für Insekten, Vögel, Moose, Flechten und vieles mehr, eine ökologische Besonderheit in der häufig tristen Struktur.“ – Rudolf Aloys Niehaus 2024 –
4. April 2024
„Insgesamt tragen Waldwege dazu bei, die Wälder für den Menschen nachhaltig Nutzbar und zugänglich zu machen.“ – Rudolf Aloys Niehaus 2024 –
von Sandra Bolsmann 25. März 2024
„Als Zersetzer organischen Materials tragen Pilze dazu bei, Nährstoffe im Ökosystem zu recyceln und somit das Pflanzenwachstum zu fördern.“ – Rudolf Aloys Niehaus 2024 –
19. März 2024
„Der Kiebitz fliegt im Frühlingswind, sein Ruf erklingt im Wiesengrün. Wo er sich findet, dort ist Leben!“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 –
13. März 2024
„ Kleine Käfer am Boden, unscheinbar und still, sind wertvoller als Diamanten, auch wenn sie kaum Jemand haben will.“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 –
28. Februar 2024
„Das Deutsche Forst Service Zertifikat (DFSZ) ist der Schlüssel für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und Garant für Nachhaltigkeit und Zukunft.“ - Rudolf Aloys Niehaus 2024 –
20. Februar 2024
„Um die Natur zu beobachten ist das beste Tempo ein Schneckenpace.“ - Edwin Way Teale -
16. Februar 2024
„Waldgenossenschaften arbeiten, um zu säen. Sie pflegen den Wald, Tag für Tag, nach besten Wissen und Gewissen.“ -Rudolf Aloys Niehaus 2024-
8. Februar 2024
„Wir bauen darauf, wir laufen darauf, doch wie oft denken wir daran? Dass wir den Boden, den wir nutzen, auch schützen?“ -Rudolf Aloys Niehaus 2024-
31. Januar 2024
„Ein kleiner Hund mit großem Herz, besitzt Format und Schläue, Langeweile Fehlanzeige !“ -Rudolf Aloys Niehaus 2024-
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